Tag: movies
Harry “Jesus” Potter – auf ein Letztes (Spoiler Alert!)
by yodahome on Sep.19, 2011, under Filme, Meinungen
Anders als bei meinen sonstigen Filmkritiken (wenn man sie so nennen will) werde ich bei diesem Beitrag nicht umhin kommen, zentrale Bestandteile des Plots wiederholt und detailliert zu nennen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass irgendjemand, der sich für das Thema interessiert, den Film noch nicht gesehen bzw. das Buch noch nicht gelesen hat. Trotzdem seien alle Unwissenden hiermit gewarnt: Ab jetzt wird gespoilert! (continue reading…)
Be Kind Rewind – Abgedreht
by yodahome on Jun.04, 2010, under Meinungen, thoughts

- Cover of Be Kind Rewind
Ich bin im Grunde ein bissl stolz darauf, immer mal wieder auf bestimmte Filme, Musik oder andere Medien mit Verzögerung aufmerksam zu werden. Wenn etwas neu ist gibt es immer einen – kleinen oder großen – Hype und erst mit etwas Abstand kann man einigermaßen objektiv Tolles und Blödes auseinanderhalten. So war beispielsweise ein Film wie “Blade Runner” trotz Hype in der Presse nur mäßig erfolgreich an den Kinokassen. Mittlerweile wird er aber weithin als Kultfilm verehrt. Was sich auch positiv auf VHS und DVD Verkäufe ausgewirkt hat.
Es geht aber um einen ganz anderen Film und der beschäftigt sich thematisch mit High-Tech aus dem letzten Jahrhundert: VHS!
Der Film heißt zu deutsch “Abgedreht” was sehr uninspiriert erscheint in Anbetracht des Originaltitels: “Be Kind Rewind“. Das heißt übersetzt “Seid nett und spult zurück” und bezieht sich auf die gute alte Videokasette, wie sie jahrzehntelang in den Videotheken leihbar war. Der Film spielt dann auch in einer solchen, sie befindet sich im Örtchen Passaic (New Jersey) und gehört Herr Fletcher (gespielt von Danny Glover). Während der verreist ist soll sein Angestellter Mike (Mos Def) das dahinsiechende Lädchen beaufsichtigen und insbesondere seinen Freund Jerry (Jack Black) fernhalten. Dieser lädt sich prompt magnetisch auf und löscht so im vorbeigehen sämtliche Videobänder. Mike und Jerry stehen nun in Zugzwang und beschließen mit einfachsten Mitteln die Filme nachzudrehen. (Screenshots!) Als erstes drehen sie “Ghostbusters” in wenigen Stunden nach, weil Frau Falewicz (Mia Farrow) den Film bestellt hat. Sie nennen diese spezielle ‘Technik’ “schweden” und begründen damit die Wartezeit auf die Filme. Überraschend kommen die nachgedrehten Filme bei den Kunden an und immer mehr Filme werden bestellt, der Laden läuft auf Hochtouren. Das ist umso erfreulicher, da das Gebäude dringend renoviert werden muß und Fletcher dazu das Geld fehlt. Die Leute zahlen sogar dafür, in den geschwedeten Filmen mitzuspielen. Doch dann schlägt die Filmindustrie gnadenlos zu und alle Filme werden wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht vernichtet. Die Enttäuschung wärt nur kurz, dann entschließen sich Mike und Jerry die Lebensgeschichte der Jazz-Ikone Thomas “Fatts” Waller zu verfilmen und damit das fehlende Geld zu verdienen. Der Film endet unkonventionell und unerwartet, wie genau soll aber noch nicht verraten werden.
- Image via Wikipedia
Regisseur Michel Gondry (Vergiss mein nicht) hat insbesondere mit den kongenialen Filmen-im-Film etwas geschaffen, dass das Zeug zum Klassiker hat, wenn auch durchaus die Handlung insgesamt ein bissl löchrig ist. Seinen Charme entfaltet der Streifen im Grunde dann, wenn sich Mos Def und Jack Black in die selbstgebastelten Kostüme werfen und mit simpelsten visuellen und praktischen Tricks ihre Versionen bekannter Filmklassiker verwirklichen. Dazu gibt es eine geniale schnittfreie Sequenz, die zeigt wie mehrere Filme gleichzeitig “geschwedet” werden. Klar, einige werden Jack Black zu albern oder die Geschichte zu anspruchslos finden. Aber wie der Film es schafft die Remix-Kultur der Gegenwart aufzugreifen und trotzdem in ein organisches, erstaunlicherweise undigitales Setting zu transferieren, hat zweifellos Respekt verdient. Der Trend des “Schwedens” hat auch auf YouTube Niederschlag gefunden. Unabhängig davon hat der Film auch eine rührselige Seite und thematisiert den nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Zugegeben, dass klingt alles ein bißchen nach Anachronismus und vielleicht ist es das sogar, aber es erinnert uns doch daran, das früher halt nicht alles schlecht war.
Related articles by Zemanta
- Can indie video shops survive? (guardian.co.uk)
- New Iron Man 2 Trailer Sweded Just For The Hell Of It (cinemablend.com)
- Exclusive: Michel Gondry Describes His Next Project, The We And The I (cinemablend.com)
Schall und Rauch und Titanen
by yodahome on Apr.20, 2010, under Allgemein / Generic, Filme, Meinungen

- Image by NASA Goddard Photo and Video via Flickr
Man sollte meinen, dass die Welt durchaus schon krisengeschüttelt genug ist: Krieg in Afghanistan, in den USA bricht der Sozialismus aus, die Finanz- und Wirtschaftskrise (nach zwei Jahren immer noch keiner Schuld), DSDS, Justin Bieber, ich könnte mühelos weitermachen.
Aber offenbar reicht das nicht, denn seit einigen Tagen beherrscht nur ein Thema die Nachrichten: Der Ascheregen aus dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull, welcher erfolgreich den Flugverkehr über Europa lahmlegte und damit auch alle anderen Verkehrswege in Mitleidenschaft zog. Während die meisten Betroffenen wohl zunächst wütend, dann resignierend die Einschränkung zur Kenntnis nehmen, bin ich als Verschonter einigermaßen überrascht, dass offenbar erstmals in der Geschichte ein Vulkanausbruch mit Ascheausstoß derlei Folgeschäden verursacht. Das zeigt eindrucksvoll, wie unvorbereitet wir doch offenbar auf die doch eher gängigen Naturschauspiele dieser Welt sind. Und wie viel Demut uns im Umgang mit den Wundern der modernen Personenbeförderung fehlt. Willkommen im 21. Jahrhundert!
- Image via Wikipedia
Einem Spektakel ganz anderer Art durften @danvers und ich am Freitag im Kino beiwohnen. Wir konsumierten den Film “Kampf der Titanen”, ein Special-Effects-3D-Popcorn-Machwerk, das, im Gegensatz zur Regierungskoalition, vollkommen hielt, was es versprach. Zunächst mal muß ich aber feststellen, dass der Titel im Grunde eine Mogelpackung ist, tatsächlich gibt es im Film selber keine direkte Auseinandersetzung zwischen Titanen (zumindest nicht nach meinem Verständnis) sondern nur zwischen Titanen und Menschen, wobei des einen Überreste durchaus als Waffe gegen einen anderen zur Anwendung kommen. Der Film ist ein Remake (Original 1981) basierend auf den allseits bekannten Geschichten der griechischen Mythologie: Held Perseus (auch Name einer Bekleidungskette in GTA IV, gespielt von Sam Worthington) ist ein unehelicher Sohn des Qui-Gon Zeus und wächst bei menschlichen Eltern auf, die aber von Lord Voldemort versenkt werden. Er landet in Argos, was Pech ist, denn die Götter planen den Kraken (oder die Krake, da ist der Film unentschlossen) auf die Stadt loszulassen, wenn die Menschen nicht wieder beten und die Königstochter Andromeda opfern (wie der Stern von Galaktika aus ‘Hallo Spencer’). Das geht natürlich nicht, und weil die ja auch so nett is läßt sich Halbgott Perseus überreden die Hexenzyklopen von Eastwick aufzusuchen, die ihm verraten sollen, wie man Kraken tötet. Nach beschwerrlicher Reise und tollem 3D Kampf gegen Riesenskorpione (die aber später als Reittiere dienen) erfährt er dann: Einfach Medusa in der Unterwelt die Rübe abhauen und dem Kraken zeigen, der versteinert vor Schreck, fähtich. Also wandert der Held weiter und trotzdem ihm alle Versagensängste einreden wollen (bis auf Io, die ihn zur Motivation auch mal ranläßt) wird natürlich am Ende alles gut und der Held könnte die Prinzessin haben, wenn er nicht hoffnungslos schwul wäre, wie die meisten Griechen zu der Zeit.
Mein zweiter Film in 3D und langsam werden die technischen Grenzen und Probleme der Technik offenbar (Tiefenschärfe, schnelle Bewegungen, zu kleine Objekte ). Und obgleich der Film wohl nicht die 11,50 € Wert war, die er gekostet hat (Notiz an mich, Kinobesuche am Freitagabend belasten das Budget nachhaltig) so war er durchaus passend um dabei ein Tüte Popcorn zu vernichten und hinterher nicht weiter drüber nachdenken zu müssen. Muss auch mal sein dürfen. Als Ausgleich kann der unterforderte Filmconnaisseur ja dann eine Angelopoulos -Retrospektive nachschieben. Is auch griechisch.
Related articles by Zemanta
- Film review: Clash of the Titans (guardian.co.uk)
- Krak Attack! (filmexperience.blogspot.com)
- Clash of the Titans Character Featurette (screenrant.com)
Star Trek 0b (11) revisited + Important things
by yodahome on Feb.27, 2010, under Allgemein / Generic, thoughts
Vor knapp einem Jahr, am 25 Mai, habe ich ein Review des letzten “Star Trek” Films gepostet, nachdem ich den Film erstmals im Kino gesehen hatte. Letzte Woche hab’ ich mir den Film nochmals auf DVD angesehen, komplett mit Wiederholung für den Audiokommentar. Es war der Versuch einer Versöhnung, weil es halt nun mal Star Trek ist und eine Fortsetzung ja schon in Arbeit ist (die Webbeweise dazu möge jeder selbst ergooglen). (continue reading…)
Inside the Actors Studio
by yodahome on Feb.08, 2010, under thoughts

- Image via Wikipedia
I made it quite a habit to criticise televison. Mostly german television, which in my opinion does a great job at ignoring the audience most of the time. They cripple movies so they fit the ads, they replicate certain formats like crazy because they’re cheap and to some people at least create a fake impression of mild entertainment. And, for the most part, they import shows from abroad, shows that might actually be great but are put into the most invaluable timeslots. It takes some effort to find the gems on german television and they don’t always get the attention they deserve. Well, today I’d like to recommend a truly good program. And it’s not from Germany. *g*
I recently watched a number of episodes of “Inside the Actors Studio“, a remarkable television show that runs on its 16th season in the US right now and has been broadcasted in 125 countries. Funny enough although it used to be shown in Germany (on EinsFestival, an exclusive digital channel where the show is named “Ungeschminkt”) and it took about 9 years to make its way here, it’s not scheduled at the moment and I’ve never seen it on german tv which – once more – illustrates the state of the german tv cosmos. UPDATE: Just learned that it ran in german free tv as well but it’s not on at the moment.
So, what is it about? Well, during the course of every show one actor or actress, director, musician or comedian is interviewed by James Lipton about their lives and their art in chronological order beginning with birth and covering all mayor events that shaped the person and artist including their most outstanding works. In some cases groups of people visited the show for example the Cast of the Simpsons, the Cast of Family Guy or the members of Bon Jovi. The show typically lasts one hour – cut from a several hour interview – with some episodes being 90 minutes or even 2 hours long.
I understand the Actors Studio Drama school offers Master’s degree programs for actors, playwriters and directors and the interviews conducted by James Lipton, who is also the Dean Emiritus of the school, are considered classes for the students who are therefore the main live audience.
At the end of each interview there is a Q & A session with the students but before that Lipton asks the interviewee a recurring questionaire that was used for many years by Bernard Pivot on French television and is derived from the Proust questionaire. Those questions are:
- What is your favorite word?
- What is your least favorite word?
- What turns you on?
- What turns you off?
- What sound or noise do you love?
- What sound or noise do you hate?
- What is your favorite curse word?
- What profession other than your own would you like to attempt?
- What profession would you not like to participate in?
- If Heaven exists, what would you like to hear God say when you arrive at the Pearly Gates?
It is the simplicity of this concept and the purity of the presentation that makes this show extraordinary to me. But it’s hard to explain so I’d like to recommend just giving it a look. A number of episodes are scattered over YouTube in 10 minute clips so you might just have a look here and pick a show that features one of your favourite actors (over 200 guests have already been there). If you consider that too much work let me link you to the great interview with comedian Dave Chapelle (1st of 9 parts) from 2008 and furthermore to the 200th episode in which James Lipton himself is interviewed by Dave Chapelle and some of the greatest moments on the show are collaged together. There are also DVDs of some of the shows but – and I don’t usually recommend this – many more can be found as torrents.
James Lipton himself is a vital part of the phenomenon of the show as he is a respectful host and manages to have the person on the chair next to him open up as most talk shows – and/or host – don’t allow for. He’s famous (maybe even infamous) for thoroughly researching his guest’s life and preparing a huge deck of blue note cards on which quite often he collects the most private or obscure facts, repeatedly to the guest’s astonishment. He also wrote a book on the history of “Inside the Actors Studio” named “Inside Inside“.
So next time when you’re unhappy with the television program I hope you enjoy a few moments from “Inside the Actors Studio”.
Maybe next time, I’ll pick some of our national gems currently available. We’ll see.
Terry Gilliam: Das personifizierte Imaginarium (inkl. Review)
by yodahome on Feb.04, 2010, under thoughts
“Das Publikum ist träge. Man darf es nicht überfordern. ”
“Wir brauchen möglichst viele bekannte Stars.”
“Es gibt Gewohnheitsregeln der Wahrnehmung und Struktur, die einzuhalten sind.”
“Können wir nicht stattdessen eine Fortsetzung von was Bekanntem machen?”
“Das versteht doch keiner. Geht das nicht simpler?”
“Was ist eigentlich ihr Punkt? Was wollen sie sagen?”
Ich kann’s natürlich nicht beweisen, noch nicht mal aus Erfahrung sprechen, aber so oder so ähnlich stelle ich mir die Kommentare der großen Geldgeber des Film, der Studios und Produzenten, vor, wenn ihnen ein Filmemacher, der vielleicht etwas gegen den Strom schwimmt, begeistert Filmideen unterbreitet. Jeder Filmschaffende wird wohl sagen, dass es im Film Regeln gibt. Und dass man sie kennen muss, bevor man sie brechen kann. Eine solche Regel scheint zu sein, dass man sein Publikum nicht herausfordern darf, weil das so ähnlich klingt wie überfordern. Unterhaltung darf nicht anstrengend sein. Vor allem im deutschen Fernsehen hat man das verstanden. *g*
Aber um TV soll’s gar nicht gehen, sondern um den neuesten Film von Terry Gilliam mit dem herrlichen Titel ” Das Imaginarium des Doktor Parnassus“. Denn Terry Gilliam ist so ein Filmemacher, der nicht oft die Chance bekommt, ein Projekt bis zum Ende durchzubringen. Oft scheitert es am Studio, manchmal auch an höherer Gewalt. So wäre eben dieser Film beinahe am Tod eines seiner Hauptdarsteller – dem Schauspieler Heath Ledger – gescheitert. Offenbar aufgrund mangelnder Faszinativität – die angeborene Fähigkeit genuinen Fasziniertseins - seitens einiger Redakteure, handelt beinahe jeder Artikel über den Film zu großem Teil oder ausschließlich von Ledgers Tod und seinen Auswirkungen, so dass es hier nicht nochmals aufgewärmt werden muss.
Ein Hauch von Story: Ein turmartiger Schaustellerwagen, von Pferden gezogen, rollt durch die Straßen des heutigen Londons. Auf der fahrenden Bühne zeigt Dr. Parnassus – ein tausende Jahre alter, zumeist betrunkener, doch unsterblicher Schamane gespielt von Christopher Plummer – eine ebenso gealterte Show, die niemanden zu interessieren scheint. Unterstützt wird er von Anton (Andrew Garfield), einem Zwerg namens Percy (Verne Troyer) und seiner Tochter Valentina (Lily Cole). Das Zentrum dieser Show ist ein magischer Spiegel, durch welchen man in die Fantasiewelt des Doktors wechseln kann. Hier wird der Besucher in einer Begegnung mit sich selbst vor die Wahl zwischen leicht oder anstrengend, eigennützig oder freigiebig, kurz: gut oder böse gestellt.
Parnassus hat die letzten Jahrtausende damit zugebracht mit dem Teufel aka Mr.Nick (Tom Waits) Wetten abzuschließen und diese regelmäßig zu verlieren. So hat er als seinen letzten Wetteinsatz seine Tochter an Mr Nick. verloren, sobald sie 16 Jahre alt wird. Dieser Geburtstag steht kurz bevor, doch der wettsüchtige Teufel schlägt eine weitere Wette vor: Wer als erster fünf Seelen für sich gewinnen kann, bekommt Valentina. Die Karten stehen schlecht, als die Schaustellertruppe den zwielichtigen Tony (Heath Ledger) findet, der halb tot am Strang von einer Brücke baumelt. Sie können ihn jedoch retten und als Dank, hilft er ihnen die Show zu ‘modernisieren’. Allein seine Beweggründe bleiben ein Rätsel, wenn auch nicht für lange…
Gilliam ist kein Freund von linearen Plots und klassischen Dreiaktern, seine vergangene Filme sind von daher oftmals schwer zugänglich. Seine Stärke hingegen ist das Visuelle. Das sagt er selbst, schon für Das Leben des Brian war er deswegen dem Regiestuhl ferngeblieben und hatte sich im Produktionsdesign ausgetobt. Filme wie Jabberwocky, seine Interpretation der Abenteuer des Baron Münchhausen oder Time Bandits zeigen die bildgewaltigen Welten, die nur Gilliam erschaffen kann. Auftragsarbeiten wie König der Fischer oder Twelve Monkeys waren kommerzielle Erfolge, aber seine eigenen Geschichten taten sich immer schwer im Mainstream, obwohl er besonders bei Literaten scheinbar großes Vertrauen genießt. So wollte J.K. Rowling eigentlich Gilliam den Potter verfilmen lassen, auch für Der goldene Kompass und Charlie und die Schokoladenfabrik war er Wunschkandidat, scheiterte jedoch immer an den Studios, die sich nach wie vor schwer tun, Gilliam richtig Geld in die Hand zu geben.
Auch dieses Imaginarium, welches im Grunde eine Parabel auf Gilliam selbst ist, entfaltet sich nur langsam vor den Augen des Zuschauers, aber es ist zugänglicher als viele andere seiner Filme. Diverse Reviews legen nahe, das Gilliam so diszipliniert wie selten vorgeht. Es geht um universelle Ideen, wie der nie endende Kampf von Gut und Böse, den Stellenwert von Fantasie und Vorstellungskraft in unserer Gegenwart und nicht zuletzt wie Menschen dazu im Verhältnis stehen. Mehr als einmal kommentiert der Film sich selbst, beispielsweise wenn Betrunkene zu Beginn Flaschen nach den Schaustellern werfen und sich niemand findet, der bereit ist, sich auf die Wunderwelt einzulassen. Oder am Schluß, wenn Parnassus von einem Jungen gefragt wird, ob es ein Happy End geben wird und er antwortet: “Dafür können wir nicht garantieren.”
Bei Gilliam gibt es kein Schema F und noch immer sucht er mit seinen Filmen ein Publikum, dass eine Herausforderung zu schätzen weiß. Das den Film nicht abspulen und vergessen sondern erleben und mitnehmen will. Während zwei Säale weiter Camerons 3D Ungetüm als der nächste revolutionäre Schritt des Kinos gefeiert wird (mit dem sich zudem vortrefflich Geld scheffeln läßt), wirkt der Fantasmus, die Brillianz und die Weirdness vom Imaginarium des Doktor Parnassus in der Tat hin und wieder wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, ähnlich wie das Wandertheater, welches er zum Inhalt hat. Doch täuschen sie nicht: Großartige Darsteller, berauschende Bilder und tragende Gedankengebäude machen dies zu einem Film “voller halbfertiger und fertiger Ideen, was im Ganzen mehr Ideen sind, als andere Filme auch nur erwägen.” (frei übersetzt Boston Globe)
Fazit: Absolut empfehlenswert! Kein Popcorn nötig. *g*
Related articles by Zemanta
- The Imaginarium of Doctor Parnassus (popsyndicate.com)
- The Imaginarium of Doctor Parnassus (tor.com)
- Depp Salutes Heath Ledger, Imaginarium Cast (wired.com)
- Alex Remington: The Imaginarium of Doctor Parnassus: A Pleasant Trip Into Terry Gilliam’s Bizarre, Beautiful Mind (huffingtonpost.com)
- How Terry Gilliam Weathered Loss of Heath Ledger to Finish Fanciful Imaginarium (wired.com)
- Imaginarium of Doctor Parnassus (guardian.co.uk)
- Gilliam relieved over Potter snub (guardian.co.uk)
Letzter Filmtipp des Jahres: The Boat that Rocked
by yodahome on Dez.29, 2009, under Meinungen, movies, thoughts

- Image via Wikipedia
Jepp, ein letztes Mal vor dem Jahreswechsel möchte ich euch einen tollen Film aus diesem Jahr ans Herz legen. Der Film heißt in Deutschland aus unerfindlichen Gründen Radio Rock Revolution (OT: The Boat that rocked) und ist das letzte Machwerk von Regisseur Richard Curtis (bekannt durch Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Notting Hill, Bridget Jones aber auch Serien wie Mr. Bean und Blackadder). Neben
Der Film spielt Ende der 1960er Jahre auf einem Schiff in der Nordsee wo eine Gruppe verrückter Radiomoderatoren den Piratensender Radio Rock betreibt. Das Phänomen der Piratensender, die beinahe überall von der gesamten Bevölkerung heimlich gehört werden und eine fanatische Fangemeinde haben, stört die Regierungsbehörden, die fieberhaft nach einer Möglichkeit suchen, die Sender zu verbieten und stillzulegen.
Auf dem Boot spielen die Radio-DJs um Manager Quentin (Nill Nighy) die großen Rock-Hits der Sechziger rauf und runter, legen reihenweise Groupies flach und haben auch sonst viel Spaß auf hoher See. Da passt es eigentlich nicht wirklich, dass der 18-jährige Carl (Neffe von Quentin) von seiner Mutter auf das Boot geschickt wird, um einen klaren Kopf zu bekommen. Dort lernt er die farbenfrohen Charaktere wie den Count (Philip Seymour Hoffman) oder David (Nick Frost) kennen. Währenddessen arbeiten Minister Dormandy (Kenneth Branagh) und sein Lakai Titten (Jack Davenport) an einem Gesetz zur Elimierung der Piratensender.
Es handelt sich um eine britische Komödie mit entsprechend schwarzem Humor in kleinen Episoden und viel Musik. Der große Plot ist eigentlich nicht so bedeutsam, außerdem ist der Film zu gut zum Spoilern. *g* Für Freunde und Fans der Serie The IT-Crowd soll erwähnt werden, dass Chris O’Dowd im Film den Radiomoderator ‘Simple’ Simon spielt und Katherine Parkinson die lesbische Köchin Felicity. Der Film lebt von seinem außergewöhnlichen Ensemble und dem britischen Flair der Komik, aber er hat auch seine dramatischen Höhepunkte. Für mich die größte Szene im Film ist, als Simon – nachdem er von einer Frau verlassen wurde – zu Beginn seiner Radiosendung das Lied Stay with me baby mimisch interpretiert. Aber es gibt sicherlich genug andere Höhepunkte für jeden. *g*
Der Film ist mittlerweile schon als DVD verfügbar mit Audiokommentar und nahezu einer Stunde an entfallenen Szenen, die wirklich toll anzuschauen sind. Ebenso lohnt sich meiner Meinung nach auch der Soundtrack (Doppel-CD) mit Klassikern von u.a. The Kinks, Jeff Beck, The Who, Procol Harum und Jimi Hendrix. Wer diese Standardwerke der Rockmusic noch nicht besitzt, hat hier eine gute Möglichkeit einzusteigen. Groovy!
Mein nächster Post wird dann wohl der obligatorische Jahresrückblick.
Related articles by Zemanta
- Marshall Fine: Huff Post Review: Pirate Radio plays the hits – and misses (huffingtonpost.com)
- Insert Caption: Pirate Radio (cinematical.com)
- Interview: Pirate Radio Writer-Director Richard Curtis (cinemablend.com)
- Dan Persons: Mighty Movie Podcast: Pirate Radio Part 2: Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Richard Curtis (huffingtonpost.com)
- Five Radio Flicks That Rocked the Big Screen (cinematical.com)
Harry Potter VII – opinion and two related thoughts
by yodahome on Jul.30, 2009, under life, movies, thoughts

- Image by drewesque via Flickr
Well, I just returned from cinema where I watched the latest installment of the Harry Potter series – known as “Harry Potter and the Half-Blood prince” in the original (=non-localized) version. I will first try to say something about the movie itself and then come to two thoughts that crossed my mind after I watched it.
Instead of doing a review-like article – which I usually write – I’d like to try out a more ‘ethnographical’ approach and describe the audiences’ reaction to the movie as I observed it including my own reactions. I try to be as non-spoilerish as possible. First of all, I don’t know the books. That’s probably important to know because the climax of the movie – which really is a low point moodwise – and other information is known to those watching the movie with the book in the back of the head. I didn’t have that but I watched the five movies – in order – during the first halve of this year to prepare for the sixth thereby seeing the fourth and fifth movie for the very first time.
As this picture was featured on several occasions across the media, I knew it would be much darker and dense which is building upon the mood that was created during the last movie. The whole series took a spin to a more serious tone which I like very much as in my opinion the plot scheme became to obviously repetitive and boring with the third movie.
However, there was much laughing during the show, sometimes shortly after very dramativ parts, so the movie manages well to some how linger between this serious tone and humorous relief. Love is a big subject in the movie, as all the main characters are involved in relationship troubles, and it’s the main thing that counters the rather dramatic, even shocking events during the second half of the film enough to still keep the audience from being totally depressed after watching. The movie never really reaches a light or too funny tone or to say it differently, there always is some hint that something dark and evil is coming. All the colours are pretty cold, all the characters are kind of darker, there are no children anymore – although of course there are some because it’s a school but they’re left out – they all have aged and this is also referred to in certain dialogue sentences. The relationship between Harry and Dumbledore is played out very detailed and certainly is the mysterious role of Severes Snape. Jim Broadbent in the role of Professor Slughorn is a great addition to the cast, his character has both a rather funny and a very dramatic side.
During the movie I could not hear much talking – although there were not that many people in the room – nor eating and drinking which I find a sign that a movie really catches an audience well. I myself nipped on my cola only during the break. In the end when you-know-who is killed there was dead silence in the cinema, although I had been told that it would happen, I still found myself surprised, shocked and – by the end – exhausted. I think it’s a great movie, probably better than certain other episodes from the series, but of course it has the privilege to build upon all the things – characters, story, look, relationships – established during the other five movies. You should watch those before seeing this one. This movie already was quite long – as I mentioned there was a 10-minute break, so i spent about 3 hours in cinema – and you may have already heard that the last book will be made into two movies coming in 2010 and 2011.
This brings me to my first thought which is rooted in a more common observation: Serials are big in the media nowadays! (No, I could not come up with something more obvious!) I’m not sur since when, might be the early days of mass media or even earlier but I find this interesting to see. Be it movies, tv shows, books or computer games – they all are more and more relying on the premise ‘to go on’ or ‘to be continued’. There are of course economic reasons for this but it strikes me as being merely the symptom because those products wouldn’t be commercially successful if people wouldn’t want to see them. I wondered – as I was confronted with the perceived insecurity of our modern world as an academic subject during the past year – whether we actually want our virtual media worlds to deliver a kind of anchor, reliability and continuity that we miss in our real world. My place, my time and my life-parameters in the real world can be changing – and they do – but the patterns in my favourite sitcom(s), soap opera(s), movie(s) or game(s) are always the same or they change quite slowly. Also if they change, the change is controlled and never to overwhelming. Especially with “Harry Potter” it’s pretty obvious. The movies grow with their audience, children who have seen the first movie in 2001 are teenagers or young adults by now and the whole franchise is build to grow with them. This seems to be important. Many older franchises from the 70s or 80s (Star Trek, Star Wars, Battlestar Galactica, just to name a few) were relaunched to connect with old and new audiences raising awareness for the old stuff in young people and continue nurturing the already existing audience. It’s a bit like grandpa telling stories to the young ones at the firesite in the evening but adding new parts to the narration everytime to keep it interesting. There are probably people already analysing this phenomenon, perhaps I should research that a little. Maybe this is a reason why makers of serials become more courageous in truly continuing story arcs over many episodes like the ones found in tv shows like Lost, Heroes and Babylon 5 or movies like Matrix and Lord of the Rings. And maybe it explains why those are so enormously successful.
The second thought came to me because of a certain sentence that was said in the movie – if you’re bored by know please don’t continue – which I can’t recall exactly but it was something like ‘If we don’t make the choices in our lives our fate will be completely lost to chance.’ It probably sounded better than that. However the point is that it reminded me of discussions I had with people whether there is something like fate and our life is determined or whether there’s something like chance and so we have the ability to actually make profound choices and therefore steer our life ourselves. I usually argue that I don’t think chance exists – in form of a law of nature, as most people imagine it – but life’s parameters are just to complex for us to grasp so we can’t know or for the most part explain why things happen the way they do. Just because we don’t know the reasons or the chain of causality it doesn’t mean there is none. Which is basically an argument I borrowed from religion where god exists although we have no proof of that because we can also not prove he’s not there.
I’m not trying to make a point here, I was just wondering about the oddity of the thought that we put so much effort in our choices – so much in fact, that the freedom of choosing is no longer making us happy as Barry Schwartz explains in his book - because we expect them to shape our future and then there is at least the possibility that – maybe – they don’t really matter as much as we believe.
"Star Trek" (11) – Reboot oder Perpetual Beta?
by yodahome on Mai.26, 2009, under thoughts
WARNUNG: Dieser Beitrag ist NICHT Spoilerfrei sondern nimmt dezidiert Inhalte des besprochenen Films vorweg, wenn sie den Film also nicht gesehen haben udn sich den Spass nicht verderben wollen, lesen sie einfach nicht weiter.
Mit etwas Verspätung bin ich dann gestern doch einmal ins Tschinema gegangen, um mich mit dem neuen “Star Trek”-Film mit dem unsubtil-offensichtlich-neu-definitorischen Titel “Star Trek” sowohl inhaltlich als auch formal auseinanderzusetzen. Ich bin großer Star Trek – Fan, mit TNG aufgewachsen und war spätestens mit Ende des Teenagerzeitalters komplett im Star Trek – Universum sozialisiert. Insofern war meine Ausgangsmeinung eher kritisch, zumal der letzte Star Trek Streifen (“Nemesis”) zwar gute Momente hatte, mich insgesamt aber doch sehr enttäuscht hatte.
Die Kunde verbreitet sich ja rasend schnell im Internetzeitalter und ich hatte also schon aus diversen Quellen positive Kritiken vernommen, freute mich also durchaus auf den Film und auch darüber, die englische Originalversion zu konsumieren. Synchronisation wirken immer ein bißchen entrückt zumindest wenn man die Möglichkeit hat mit den Original zu vergleichen, weswegen ich bisweile gleich darauf verzichte und mich lieber damit abfinde, dass ich bestimmte Sätze erst beim zweiten Mal komplett verstehe. Manchmal.
Die Sprache sollte sich aber im Verlauf auch gar nicht als so großes Problem erweisen, denn die Dialoge sind durchaus nicht das Herzstück des neuen “Star Trek”s. Die Geschichte ‘kurz’ umrissen:
In der Zukunft (24. Jahrhundert, also zu Zeiten von Picard und Co.) ist Spock Botschafter bei den Romulanern, warnt diese vor dem drohenden Kollaps der Sonne und will zu deren Rettung vulkanische Technologie einsetzen. Große Unterstützung erfährt er dabei nicht, nur ein junger Captain eines Bohrschiffes ist von seinen Absichten überzeugt. Jener Captain (“Nero”) bringt Spock nach Vulkan, der bedient sich eines neuen Schiffes und sogenannter “roter Materie” und macht sich auf, die Supernova aufzuhalten, weil sie auch den Rest des Quadranten bedroht. Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf, die Sonne wird zur Nova, Romulus wird zerstört. Nero schwört Rache an Spock, baut sein Schiff um und malt sich das Gesicht an, während Spock seinen Auftrag ausführt, nur eben etwas zu spät. Beide werden durch das Schwarze Loch unabsichtlich in die Vergangenheit versetzt, wo sich dadurch eine alternative Zeitlinie etabliert. - Dieser Teil der Geschichte kann im Star Trek – Countdown Comic detailliert nachgelesen werden, er wird im Film selbst auch eher undeutlich rekonstruiert. -
Nero greift die U.S.S. Kelvin an, auf der George Kirk kurzerhand zum Captain wird und die gesamte Besatzung, unter ihnen seine Frau mit dem noch ungeborenen James T. Kirk, rettet, indem er selbst zurückbleibt und die Kelvin mit dem Feindschiff kollidieren läßt. Wir werden Zeugen wie Kirk auf der Erde und Spock auf Vulkan aufwachsen, beide als Außenseiter in ihren jeweiligen Welten, wie beide zur Sternenflotte kommen und sich dort begegnen. Von Freundschaft kann keine Rede sein. Sprung, schon muß die brandneue Enterprise (unter Captain Pike) ihre Jungfernfahrt zur Verteidigung des Planeten Vulkan antreten, der von Neros Bohrschiff angegriffen wird. Trotz spektakulären Einsatzes von Kirk (erster Offizier nicht Captain) und der restlichen Crew, wird Vulkan mittels der “roten Materie” ebenfalls spektakulär zerstört, Spock (jetzt Captain, weil Pike von Nero gefangen) kann seinen Vater aber nicht seine Mutter retten. Kirk und Spock streiten sich über den Fortgang der Mission, Spock setzt Kirk außer Gefecht und läßt ihn auf einem Eisplaneten zurück(!) wo er erst den Zukunfts-Spock (Leonard Nimoy) und dann Scotty trifft, letzterer beamt ihn und sich nicht aber den alten Spock auf die Enterprise (während Warpgeschwindigkeit!). Kirk provoziert Spock -jung-, der muß daraufhin den Stuhl räumen, Kirk ist Captain und befiehlt das Bohrschiff anzugreifen. In einem furiosem Endkampf sabotieren Kirk, Spock et al das Schiff, verhindern den Untergang der Erde und retten den Tag. Letztendlich begegnen sich noch der alte und der junge Spock, Kirk wird offiziell Captain der Enterprise und das Ende ist offen. Puh.
Ja, das ist echt viel Story für einen einzigen Film und so hetzt man auch von einem Plotpunkt zum nächsten. Die Bildinszenierung unterstützt das auch durch wesentlich hektischere Actionszenen, die den Film weitgehend dominieren. Der Look ist gut, nicht un-trekkisch auf alle Fälle, viele Aspekte der klassischen Serie wurden wenn auch modernisiert übernommen, hier gibt es nichts zu meckern. Anders bei der Story, es gibt immer wieder Situationen die arg konstruiert wirken, man bemerkt unangenehm, wie J.J. Abrams da offenbar eine mentale Strichliste abgearbeitet hat. Viel steckt drin, darum auch einige schöne Momente, und das Filmerlebnis ist überaus atemberaubend, visuell wie akustisch. Doch am Ende des Tages stellen sich dem Zuschauer Fragen: Bei all dem Stress, was ist eigentlich der Payoff? Vulkan zerstört, die Zeitlinie offenbar permanent verändert, alles ist anders, aber heißt das auch besser? Und: Ist das jetzt Star Trek? Um es kurz zumachen, ich denke: Nein. Und das hat man ja auch im Vorhinein kommuniziert, ein Film für alle sollte es werden, für neue Fans, mehr wie Star Wars, massenkompatibler, weniger verkopft und intellektuell. Hmm, aber ist nicht genau das die Essenz von Star Trek?

- Image via Wikipedia
Erfolg ist wichtig, zweifellos, und das eine Neuauflage alter Inhalte großartig klappen kann, hat man bei Ronald D. Moores ‘reimagined’ Battlestar Galactica sehen können. – Moore war übrigens ein wichtiger Autor für Star Trek TNG, DS9 und Voyager. Wer hätte das gedacht… – Ich glaube aber, Star Trek ist eben nicht Star Wars. Star Trek verkörpert die Idee von Gene Roddenberry, dass der Mensch sich in einer nahen, vorstellbaren Zukunft nicht nur technologisch sondern auch als Gesellschaft, Gemeinschaft und Rasse weiterentwickelt. Star Trek ist Hoffnung und hat nicht nur die Welt des Films sondern die ganze Welt entscheidend beeinflusst. Es war immer eine Parabel auf unseren Planeten und seine Mißstände, oft mit deutlichen Verknüpfungen und politischen Auseinandersetzungen. Und Probleme löste man nicht – oder nicht nur – mit dem Phaser, sondern durch Verstehen, Denken, Selbsterkenntnis und, oh welch’ ein Frevel, in dem man Dialoge führte. Auch gerne mal während man sich beschoss. Star Wars hat durchaus auch eine Geschichte zu erzählen, aber im Vergleich zu den meist profunden moralischen Erkenntnissen aus Star Trek, den über Jahrzehnte ausgestalteten Charakteren und den üblicherweise eher sinnbildlichen Kämpfen, ist diese schlicht volkstümlich und simple Unterhaltung. Durchaus wie die vom neuen “Star Trek”-Film.
Der Kunstgriff ist hier in der Tat, alles Bekannte explizit beiseite zu schieben und aus Versatzstücken ein neues Franchise zu kreieren, mit dem man ein neues Publikum erreicht und Geld verdienen kann. Das kann man aber eben, wie BSG zeigt, auch mit intelligenten Geschichten und ohne so durch den Plot zu hetzen. Letztlich ist der -vermutlich- erste Film des neuen Star Trek Universums eine zweistündige Exposition, es geht primär um Kirk und Spock und um die Etablierung einer neuen Basis, einer neuen Bildsprache, eines neuen Kontextes. “Star Trek” wie wir es noch nie gesehen haben, war das Versprechen. Irgendwas-das-entfernt-an-Star-Trek-erinnern-könnte wurde geliefert. Man hat auch durchaus einige Perlen für Fans in den Film eingestreut (z.B. spricht Majel Barett Roddenberry zum letzten Mal den Schiffscomputer der Enterprise), aber das Gefühl der Hoffnung, die positive Idee von einer Zukunft, in der die Menschen besser sind, daran konnte der Film zumindest für mich nicht anknüpfen. Zugegeben, es ist ein schweres Erbe, aber vielleicht hätte man weniger Wert auf die Effekte und mehr Wert auf eine Geschichte legen sollen, die des Franchises würdig ist.
Als letzte Note bleibt auch die Musik von Michael Giacchino (u.a. “Ratatouille”) stark hinter den tollen Soundtracks von Alexander Courage (welcher wenigstens zitiert wird), oder Jerry Goldsmith zurück, mehr Percussion als alles andere, bombastisch wie das visuell omnipräsente Linsenflimmern, aber letztlich nicht markant, erhaben oder irgendwie emotional. Ich hoffe, dass “Star Trek” in Zukunft die neue Dynamik mit der alten Bedeutungshaftigkeit verknüpfen kann, solange scheint mir aber die Arbeit am Franchise noch in der Beta-Phase und das Universum ist, wie die frühen Trailer des Filmes es formulierten, noch “Under Construction”.
Fazit: Toller Sound, tolle Effekte, tolles Popcorn-Kino, wenig Star Trek
Related articles by Zemanta
- Star Trek – Worth the Buck? (mexiabill.wordpress.com)
- Der elfte Star Trek Film ist völlig unlogisch (welt.de)
Blogollage – MagdeWiki, Wall-E und Vermischtes
by yodahome on Okt.29, 2008, under Meinungen
Ja, viel Zeit ist schon ins Land gegangen seit meinem letzten Post. Was ist passiert seitdem?
Nun:
Wie schon an anderer Stelle berichtet, war der Magdeburger Open Source Tag recht erfolgreich. Ein Resultat aus den vielen inspirierenden Vorträgen und Gesprächen war die Idee, ein Stadtwiki für Magdeburg und Umgebung ins Leben zu rufen. Dafür gibt es schon relativ viel Vorbilder wie beispielsweise das Stadtwiki Pforzheim Enz, das Karlsruher Stadtwiki oder auch das Rhein-Neckar-Wiki. Relativ schnell fanden sich interessierte Magdeburger und Fans der Stadt, die das Projekt angepackt haben und mittlerweile sind in etwa zwei Wochen schon 150+ Artikel entstanden. Die sind üblicherweise noch relativ kurz, darum sind wir für Unterstützung mehr als offen. Wie in jedem guten Wiki ist der Zugang frei, es ist kein Login nötig um sich als Autor zu betätigen. Geht einfach auf http://www.magdewiki.de. Nahezu jedes Thema, das irgendwie einen regionalen Bezug aufweist, hat einen Artikel bei uns verdient. *g*
Momentan bemühen wir uns einen Verein zu gründen, wir suchen noch nach einem Logo und auch sonst ist reichlich zu tun. Für mich als Forscher im Bereich Web 2.0 ist das natürlich in doppelter Hinsicht spannend zu beobachten, weshalb ich sicherlich an dieser Stelle regelmäßig über unsere Fortschritte berichten werde.
Ferner war ich am Sonntag ENDLICH im Kino um den letzten Pixar-Film anzugucken. Ich hatte mir lange vorgenommen “Wall-E” zu schauen und mir sind auch nur positive Reviews begegnet. Und tatsächlich, wie eigentlich bei Pixar fast üblich, ist der Film nicht nur ein Augenschmaus (toll gerenderte Trickfilme gibt’s ja nun schon von mehreren Studios) sondern erzählt auch eine wirklich tolle Story. Wall-E ist ein Roboter, eine intelligente Müllpresse und er räumt die Erde auf. Allein wohlgemerkt, denn die Menschen haben den Planeten, den sie Jahrtausende lang vermüllt haben, längst verlassen und planen erst zurückzukehren, wenn hier wieder Leben möglich ist. Bei seiner Arbeit findet und sammelt Wall-E Devotionalien der Menschen, kleine Dinge, Filme, Musik und andere kulturelle Artefakte. Eines Tages kommt eine Sonde (EVE genannt) auf die Erde, in die sich Wall-E verliebt. Wie er ihre Aufmerksamkeit erringt, warum er dann den Planeten verläßt und was das alles für die Menschheit bedeutet, schaue man sich unbedingt im Kino an.
Das tolle an Wall-E ist, dass der Film über weite Strecken nur durch Bilder, Musik und Geräusche kommuniziert, denn Wall-E kann nicht sprechen (bis auf seinen und den Namen der Angebeteten). Damit lassen die Macher erstmals wirklich Raum das Bild sprechen zu lassen, eine Option, die Filmemacher (im populären Film) seit es den Tonfilm gibt ja eher vernachlässigen. Trotzdem ist der Film urkomisch, man verliebt sich nach wenigen Minuten in die Charaktere und darüberhinaus stimmt er auch noch nachdenklich. All die Qualitäten eines guten Pixar-Filmes sind da und ich wage zu behaupten, dass es vielleicht der bislang beste Streifen seiner Art ist. Darum kann ich an dieser Stelle eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, eigentlich müßte es sogar eine Befehlung sein, also: Ab ins Kino! Wer diesen Film nicht sieht, darf diesen Blog einen Monat lang nicht mehr lesen…
In weiteren Lebensfragen:
Amazon hat mir gerade mitgeteilt, dass meine DVD-Box “Der kleine Vampir – Die komplette Serie (4 DVDs)” unterwegs ist. Außerdem hab’ ich hier noch “Garden State” liegen, worüber ich, so glaube ich, noch nicht gebloggt habe, was definitiv nachzuholen ist. Ansonsten reichlich mit Uni-Projekten ausgelastet und das obwohl ich’s doch eigentlich erstmal ruhiger angegen lassen wollte. Finanzkrise macht sich für mich gar nicht bemerkbar (wer nichts hat…), am Bahnhof mehr Kunden als sonst üblich am Ende des Monats, wahrscheinlich weil sie ihr Geld nicht auf die Bank tragen. Aber interessant, wie im Angesicht der Krise (die ich im Baudrillardschen Sinn fast als Simulation wahrnehme) alle sofort wieder bereit sind Freiheiten aufzugeben, vor allem wenn es nicht die eigenen sind. Die Menschen…
![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=3bf4e2dc-84a6-4cc3-989f-38b41bbb0801)



![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=da639575-2584-46a9-bc51-1e710c0e166c)

![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=e0b799f1-712b-4cc0-a00a-ecebd5f7518a)

![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=a9dcb1b4-5da0-4f18-b98a-08123e2e6a14)


![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=8c447d9a-e0a9-44f9-9f3e-daae808e7f6a)
![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=41815e36-adca-4bef-898e-8fd71fb032eb)
![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=c300ac66-624b-4a6c-bc21-1bd8f2c11710)

