Tag: open source
Haste mal 'n Euro? (für freie Inhalte und freie Software)
by yodahome on Mai.03, 2010, under Allgemein / Generic, Computer

- Image via Wikipedia
Man kann ja mit Geld viel anstellen. Auch über die menschlichen Grundbedürfnisse hinaus, wie der gutsituierte Deutschländer weiß. Man kann sich zum Beispiel das neue iPad kaufen, wenn’s Ende des Monats rauskommt. Und dazu die elektronischen Bücher, Zeitschriften, die Musik, Filme und Apps (nein liebe Bodybuilder, nicht die Muskelgruppe). Meist gegen eine geringfügige Gebühr. Tauschen kann man davon aber nichts. Naja, nicht legal. Ying.
Das Yang dazu heißt freie Inhalte. Das sind Inhalte, die man nicht nur im privaten Kontext weitergeben kann (und soll) sondern meist sogar auch verändern (neudeutsch: re-mixen) und also ganz legal etwas Eigenes damit machen kann. Dafür gibt’s (unter anderem) die GPL und die Creative Commons Lizenzen. Damit können Künstler, Autoren und Kreative überhaupt deutlich ausdrücken: Bitte nimm’ meine Inhalte und gib’ sie weiter, damit möglichst viele Leute davon erfahren (und ggf. die kommerzielle Variante für Geld kaufen). Du darfst auch daran rumschreiben, -komponieren, -malen, -programmieren etc. und die Sache verbessern, wenn du das kannst. Mach doch einen Comic aus meinem Text! Oder eine Übersetzung in deine Sprache. Beispiel:
Cory Doctorow gibt seine Texte unter einer CC-Lizenz frei und sammelt dann die entstehenden Aufbauten, hier zu seiner Kurzgeschichte “When Sysadmins ruled the earth”. Fans übersetzen die Texte, machen Hörspiele daraus. Alles gratis zum Download. Andere machen aus der Kurzgeschichte einen Comic und vertreiben ihn für mobile Endgeräte (für iPod touch/iPhone/Android). Und trotzdem verkauft der Autor die Geschichte als Teil eines Sammelbandes als ganz normales Buch für Geld. Und ist noch nicht verarmt. *g*
Zugegeben, das ist schon ein sehr prominentes Beispiel. Aber genau darum lohnt es sich, freie Inhalte zu unterstützen. Denn frei heißt nicht unbedingt kostenlos (und damit brotlose Kunst und hungernde Künstler). Und jetzt mal Butter bei die Fische!
Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!
Der Argon Verlag möchte das deutsche Hörbuch “Little Brother” des vorgenannten Autors als ungekürzte Fassung (zusätzlich zum gekürzten kaufbaren Hörbuch) unter einer Creative Commons Lizenz (und damit für alle kostenlos) freigeben. Die zusätzlichen Produktionskosten allerdings fallen nicht vom Himmel und darum darf gespendet werden was das Zeug hält. Alles weitere erfahrt ihr auf der Website, das Spenden Widget in freundlichem Flash sollte rechts neben diesem Text erscheinen. Es sei vielleicht noch erwähnt, dass das Hörbuch von Oliver Rohrbeck (Synchronstimme von Ben Stiller, also ein Profi) gelesen wird.
Auch eine schöne Art sein Geld sinnvoll anzulegen ist eine Spende für die Wikipedia. Die Wikimedia Foundation finanziert sich komplett aus Spenden und unterhält damit nicht nur die Wikipedia in 100+ Sprachen sondern auch weitere Wissenssammlungen wie Wiktionary, Wikiquote, Wikibooks, Wikinews und viele mehr. Das gesamte Wissen der Welt sollte einem doch ein paar Kröten wert sein… Wer die aber nicht erübrigen kann, der kann sich natürlich auch einfach tatkräftig engagieren und mitarbeiten. Und beispielsweise dafür sorgen, dass der Artikel zur Medienbildung hübscher wird.
Ich persönlich bin auch sehr stolz auf meine adoptierte Zeile Code (ja, richtig gelesen!) für die freie Videosoftware Miro (siehe links). Dieser kombinierte Videobrowser, -player und -downloadmanager sammelt Videos aus nahezu allen Quellen des Netzes, lädt sie für mich automatisch herunter und macht noch viele andere magische Sachen. Tolle Software, darum lohnt es sich die Macher (in diesem Fall die Non-Profit Participatory Culture Foundation) auch finanziell zu unterstützen. Wenn man schon nicht coden kann.
Ein ganz frisches Projekt von denen ist übrigens Universal Subtitles. Lest selbst, ebenfalls sehr unterstützenswert.
Oh, und wer tatsächlich noch Interesse an so merkwürdigen Werten wie Presse- und Meinungsfreiheit hat und glaubt, dass man nur eine informierte Entscheidung treffen kann, wenn man auch vollständig informiert ist, der gebe doch bitte den Geheimniskrämern (im Wortsinn, bitte, Krämer heißt Kleinhändler) von Wikileaks die eine oder andere müde Mark. Außer ihr wollt dumm sterben, dann gebt ihr es vielleicht lieber an einer Tankstelle eurer Wahl ab im Tausch gegen die tolle Tagespresse mit den weißen Buchstaben auf rotem Grund. unabhängig. überflüssig.
MOST überlebt / BA schwarz auf weiss
by yodahome on Okt.14, 2008, under life
Letzten Samstag (11.10.) fand der allererste Magdeburger Open Source-Tag statt, der sich auf die Fahne geschrieben hatte, freie Softwareprojekte, freie Inhalte und neue Medien zu versammeln und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ich selbst war dort organisatorisch aktiv und beteiligte mich außerdem mit einem Einführungsvortrag zum Thema Wikis. Aus meiner persönlichen Wahrnehmung war die Veranstaltung erfolgreich, besonders der Gedanke einer ausgewogenen Mischung von Vorträgen für Einsteiger und Fortgeschrittene wurde ziemlich gut umgesetzt. Insgesamt war die Resonanz, trotz der Themenmischung und den doch sehr populären anwesenden Projekten – unter anderem konnten wir Vertreter von Wikipedia, OpenStreetMap, OpenOffice und SkoleLinux begrüßem – nicht ganz so hoch wie erhofft, was verschiedene Gründe hatte, unter anderem das überraschend gute Wetter aber auch möglicherweise zu subtile Promotion im Vorfeld. Auf dem Social Event am Abend teilten eigentlich alle Anwesenden diese Wahrnehmung, weshalb schon so gut wie sicher ist, dass es im nächsten Jahr wieder einen MOST (2.0?) geben wird. Termin dafür gibt es noch nicht, aber wer Interesse hat, sich zu beteiligen, möge sich schon jetzt melden.
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, live Fotos und Kommentare zu twitterbloggen (ein paar gibt’s auch), war aber dann zum einen zu beschäftigt und zum anderen (ja, ich muß es zugeben) mit diesem iPhone – an das ich im Grunde gekommen bin, wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde – und seinen Tools noch nicht so vollends vertraut, wie es für einen produktiven Einsatz nötig gewesen wäre. Man lernt halt nie aus. *g*
Ganz anderes Thema: Vor einigen Wochen verteidigte ich erfolgreich meine BA – Arbeit und heute habe ich mein Zeugnis in Empfang nehmen können. Damit habe ich meinen ersten akademischen Grad nun auch schriftlich (in zweifacher Ausfertigung) und freue mich wie ein Schneekönig.
Viel besser kann die Woche – die gleichzeitig meine erste im Masterstudium ist – kaum werden.
Neuer Google Browser "Chrome"
by yodahome on Sep.03, 2008, under Computer
Image via CrunchBase, source unknown Google hat Humor. Die Ankündigung für den neuen Browser genannt ”Chrome” (so heisst auch ein Bereich der UI von Mozilla Firefox) erfolgte im Google Blog mit einem Comic des Autors Scott McCloud (einigen vielleicht bekannt durch sein Buch “Understanding Comics“). Wo historisch ja doch eher ein Zwist zwischen den Entwicklern von Apple und Mozilla liegt (für Safari entschieden sich die Entwickler KHTML anstelle der Gecko-Engine zu verwenden) basiert Chrome auf Apples Webkit enthält aber auch Komponenten aus dem Mozilla Firefox. (Ankündigung von Google). Folglich sieht es dann auch aus, wie eine Mischung aus beidem, die Tabs findet man oberhalb der Adresszeile, eine Menüleiste sucht man (wie beim IE7,8) vergeblich.
Robert Scoble weiß zu erzählen, dass Chrome sogar schon der Name eines Projektes für einen Multimedia Browser von Microsoft war. Doch was tut nun dieser Browser?
Naja, vieles was die anderen auch können. Allerdings schneller. Insbesondere soll der Browser JavaScript, dass vor allem die modernen Webapplikation massiv verwenden, schneller verarbeiten. Google Offline Service Gears hat der Browser natürlich nativ dabei. Er importiert bei Installation auf Wunsch viele Einstellungen aus Firefox (beispielsweise auch Passwörter, eine Verschlüsselung per Master-Passwort gibt es in Chrome aber nicht
)
Ich schreibe diesen Eintrag gerade aus Chrome, positiv fällt auf, dass die Oberfläche offenbar komplett lokalisiert ist. Schneller geladen hat der Browser auch, er braucht mit 7 offenen Tabs auch nur knapp 30 MB Speicher (Firefox braucht da 140 MB!). Im Betrieb ist mir jetzt keine besondere Beschleunigung aufgefallen, aber der Browser fühlt sich deutlich weniger behäbig an als Safari in Windows.
Die Addressezeile ist sowohl universell zu gebrauchen, beherbergt also auch eine ausgeklügelte Suchfunktion, was sonst hätte man jetzt von Google auch erwarten können. Tatsächlich kann man aber auch eine andere Suchmaschine für den Browser einstellen.
Der Browser soll komplett Open Source, d.h. Ideen aus Chrome sollten in die Entwicklung anderer Open Source Browser (eben Firefox oder auch den KDE Konqueror) zurückfließen können. Bis jetzt ein hübsches Stück Software, mal schauen was die Welt daraus macht. Bislang gibt es Chrome nur für Windows (XP und *brrr* Vista) aber er soll auch noch auf Mac und Linux erscheinen (besonders unter Linux wird das interessant, denn es gibt einige Macken, die den Firefox unter Linux hin- und wieder langsamer machen als unter Windows). Kann man mal ausprobieren, es bleibt nur zu hoffen, dass Google jetzt nicht vollends die Daten aller seiner Nutzer direkt aus dem Browser absaugt, immerhin kann man während der Installation schon ein Häkchen machen, was den regelmäßig Datenaustausch aktiviert. Ich hab’s erstmal abgeschaltet, denn ich weiß ja: Google hat Humor. *g*


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